Organisationswahn

Wie viel Zeit hast du schon damit verbraucht, Dinge zu organisieren?

Wenn wir unsere materiellen Besitztümer aufräumen, müssen wir irgendeine Ordnung reinbringen. Sonst passiert es schnell, dass wir nicht mehr durchsehen. Je mehr wir besitzen, desto einfacher verlieren wir den Überblick. Das gleiche gilt auch für nicht materielle Sachen.

Inzwischen hat sich eine ganze Industrie entwickelt, die uns beim Organisieren helfen soll. Es gibt unzählige Boxen, Formen und andere Sachen, um Ordnung zu schaffen. Es gibt unzählige Bücher, Magazine, Blogs und Podcasts. Es gibt jede Menge Notebooks und digitale Anwendungen, damit wir unser Leben besser organisieren können. Es gibt sogar professionelle Organisatoren, die uns dabei helfen können.

Das alles mag einem als gut und vielleicht sogar notwendig erscheinen. Natürlich müssen wir unsere Sachen organisieren, oder? Doch müssen wir nicht nur so viel organisieren, weil wir so viel besitzen und tun? Organisieren ist nur notwendig, wenn wir zu viel haben, um das, was wir gerade suchen, schnell zu finden. 

Mit Minimalismus schaffen wir dem Organisieren ein Ende. OK, nicht wirklich. Letztendlich kann man auch mit nur wenigen Sachen im Chaos leben. Doch es macht die ganze Sache unglaublich viel einfacher. Bist du noch nicht überzeugt?

  • Klamotten: Ein Kleiderschrank mit nur wenigen Klamotten muss nicht viel organisiert werden.
  • Aufgaben: Wenn wir sehr viele Sachen zu tun haben, müssen wir uns irgendwie organisieren, damit wir den Überblick behalten. Doch Aufgaben brauchen kein kompliziertes System zur Organisation, wenn wir nur wenige Aufgaben haben. Indem wir uns auf die wichtigen Sachen fokussieren, reduzieren wir die anfallenden Aufgaben.
  • Daten: Mit praktisch unbegrenztem Speicherplatz häufen sich schnell Unmengen an Daten an. Doch oft könnten wir die Datenmenge drastisch reduzieren. Sicherlich gibt es sehr viel, was du nie nutzen wirst. Außerdem können wir ein sehr simples System schaffen und die Suchfunktion nutzen. Das klappt mit Google ja auch recht zuverlässig.
  • Schmuck: Wir können einfach nur wenige Schmuckstücke besitzen, die wir auch wirklich gerne tragen. Das vereinfacht auch die Entscheidungsfindung. So brauchen wir weniger Platz zur Aufbewahrung und müssen nichts organisieren.
  • Spielsachen: Chaos bei den Spielsachen scheint eine unausweichliche Gegebenheit zu sein. Doch brauchen Kinder wirklich so viele Spielsachen? Lieber weniger und dafür wirklich tolle Dinge. Wie wäre es mit einem Deal? Wenn ein neues Spielzeug hinzukommt, muss ein altes gehen.

Wie gesagt, es ist nicht so, dass Minimalisten nichts organisieren. Viele Sachen müssen weiterhin organisiert werden. Doch es ist deutlich einfacher und effektiver. Vermeide zu komplexe Systeme und versuche, Sachen möglichst einfach zu gestalten.

Wie wäre es, wenn wir das Aussortieren als wesentlichen Bestandteil vom Organisieren sehen würden? Lass uns dem Organisationswahn ein Ende bereiten. Mit weniger gehen wir besser durch die Welt.