Ist das Glas halb voll oder halb leer?

Sicherlich kennst du die Überlegung. Die Frage, ob das Glas nun halb voll oder halb leer ist. Wenn wir verschiedene Menschen fragen, werden wir sehr unterschiedliche Antworten hören.

Die Idee des Experiments ist zu erfahren, mit welchem Mindset Menschen durch die Welt gehen. Sind sie eher ein Pessimist oder Optimist. Sehen sie das Glas als halb voll oder als halb leer.
Dann können wir schauen, wie sich dieses Mindset auf das Leben dieser Menschen auswirkt. Wer ist glücklicher, lebt länger, hat eine bessere finanzielle Situation, ist gesünder usw.?

Der Pessimist sieht das Glas halb leer. Es wäre zu einfach, zu behaupten, dass diese Menschen immer nur das Schlechte sehen. Das stimmt so nicht.
Selbst sehen sie sich oft als die Realisten. Manchmal wollen sie auch einfach nicht enttäuscht werden. Ihnen geht es oft darum, sich auf Sachen vorzubereiten. Daher ist es besser, von dem Schlimmsten auszugehen. Das führt natürlich schnell dazu, dass man die eine dunkle Wolke am ansonsten blauen Himmel sieht. Wer sucht, der findet.

Der Optimist sieht das Glas halb voll. Diese Menschen sind hoffnungsvoller und suchen das Gute in einer Situation. Das kann schnell zu Selbstüberschätzung oder Fehleinschätzungen von Situationen führen.

Wer hat nun recht? Ist das Glas nun halb voll oder halb leer? Letztendlich geht es nicht darum, recht zu haben. Es geht mir gerade auch nicht um Optimisten oder Pessimisten. Es geht darum, wie wir uns entscheiden, unsere Welt zu sehen.

Es geht um Perspektive.
Es geht um unser Mindset.
Es geht darum, wie wir Dinge wahrnehmen und durchs Leben gehen.
Wir erschaffen unsere Realität.
Wie wir durch die Welt gehen, entscheidet, wie unsere Welt ist.

Natürlich können wir nicht komplett kontrollieren, wie wir unsere Umgebung wahrnehmen und auf Sachen reagieren. Doch wir haben einen großen Einfluss darauf. Wir können uns üben, Sachen auf eine bestimmte Art und Weise zu sehen. Wir können unser Mindset ändern. So können wir komplett verändern, wie wir die Welt erleben.

Sehen Optimisten eine Welt, die es so nicht gibt? Malen sie sich die Welt schön? Das kann man sicherlich so sehen. Man kann es aber auch anders sehen.
Um beim Glas zu bleiben: Optimisten orientieren sich vielleicht sogar mehr an der Realität. Schließlich beschreiben sie, was wirklich da ist. Sie beziehen sich auf das Wasser. Die Pessimisten beziehen sich auf etwas, das nicht da ist.

Nun könnte man das Ganze auch noch ganz anders sehen. Man könnte meinen, dass beide Sichtweisen falsch seien.
Das Glas ist weder halb voll noch halb leer. Stattdessen ist das halb voll mit Wasser und halb voll mit Luft. Es ist also komplett voll. Schließlich ist es voller Atome, aus denen die Luft und das Wasser bestehen. Nur weil wir etwas nicht sehen, heißt es nicht, dass es nicht da ist. Es kann trotzdem einen großen Einfluss auf unser Leben haben.

Ist das Glas nun ganz voll? Wieder könnte man es anders sehen. Sicherlich ist es voller Atome. Doch bestehen Atome nicht zu über 99,99% aus keiner Materie? Aus leerem Raum? Man könnte also meinen, dass das ganze Glas eigentlich leer sei. Schließlich ist die winzige Menge Materie vernachlässigbar.

Diese Betrachtungsweise würde uns jedoch dazu führen, dass das Glas auch aus Atomen aufgebaut ist. Das ganze Glas ist also eigentlich hauptsächlich Leere. Wir haben also kein halb leeres oder halb volles Glas, sondern kein Glas? Und überhaupt, warum meinen wir, dass es ein Glas gäbe? Weil wir irgendetwas wahrnehmen? Letztendlich haben wir keine Chance wirklich zu wissen, ob irgendetwas real ist.

Wohin führt uns das Ganze? Womit enden wir? Vielleicht und nur vielleicht hat derjenige, der eine eindeutige Antwort auf die Frage mit dem Glas sucht, nicht ganz verstanden, worum es geht. Am Ende geht es um dich und was du mit diesen Erkenntnissen machst.