Curse of Knowledge

Wissen und Erfahrungen zu haben, ist enorm wertvoll. Doch manchmal kann uns das auch zum Verhängnis werden.

Manchmal verlieren wir das Gefühl, wie es war, als wir all die Sachen noch nicht wussten. Als wir noch ganz am Anfang standen. Als wir all die Fehler gemacht haben.

Wir nehmen unseren momentanen Stand als selbstverständlich an. Gehen davon aus, dass andere Menschen auch viel wissen. Doch natürlich ist das nicht so.

Unser Wissen und unsere Erfahrungen können uns daran hindern, uns völlig in die Lage von anderen Menschen zu versetzen. Wir können uns einfach nicht vorstellen, wie wenig manche Menschen von etwas wissen. Oder wie ihnen manche Sachen einfach nicht bewusst sein können. Das liegt völlig außerhalb unserer Realität.

Wer im Gesundheitsbereich tätig ist, weiß um die Bedeutung unserer Gesundheit auf unsere Lebensqualität. Doch sehr vielen Menschen ist absolut nicht bewusst, wie stark sich ihr Verhalten auf ihre Gesundheit und damit ihre Lebensqualität auswirkt.Wie groß der Einfluss ihrer Gesundheit wirklich ist. Oft müssen sie erst schmerzhafte Erfahrungen selbst gemacht haben, um dies zu realisieren.

Dies stellt uns vor eine große Herausforderung. Natürlich wollen wir uns Wissen aneignen und Erfahrungen machen. Lernen und besser werden. Doch gleichzeitig sollten wir die Realität anderer Menschen nicht aus den Augen verlieren. Emphatisch genug sein, um zu erkennen, dass sie nicht unsere Sichtweise teilen.

Wenn wir anderen Menschen helfen wollen, lohnt es sich, erst ihre Welt zu verstehen. All unser Wissen kann uns dabei im Weg stehen. Darum kann ein Amateur manchmal sogar hilfreicher sein als ein Experte. Ein Amateur versteht die Herausforderungen anderer Menschen manchmal besser als es ein Experte tut.

Wie lange dauert es, eine Gewohnheit zu entwickeln?

28 Tage. 30 Tage. 66 Tage. Noch länger. Je nach Studie gibt es unterschiedliche Angaben. Keine ist korrekt. Wie könnten sie?

Es kann keine allgemeine Angabe geben. Je nach Situation und Person dauert es unterschiedlich lange, eine Gewohnheit zu entwickeln. Vielleicht ist Zeit auch gar keine gute Variable?

Statt uns an der Zeit zu orientieren, können wir uns auf Wiederholungen fokussieren. Dies gibt uns meist mehr Aufschlüsse über die Entwicklung einer Gewohnheit. Letztendlich macht es einen großen Unterschied, ob du etwas 1x pro Woche, 1x pro Tag oder sogar mehrmals pro Tag tust. Hier treffen wir auf die berühmten 100.000 Wiederholungen. So oft müssen wir etwas tun, um wirklich gut darin zu werden.

Doch auch das ist höchstens eine Orientierung. Wiederholungen alleine stellen nicht sicher, dass wir in etwas besser werden. Weiterhin muss so auch keine Gewohnheit entstehen.

Am Ende sind Sachen wie Kontext, Achtsamkeit, Motivation, Belohnung und ganz einfach wir als Menschen wichtige Faktoren. Und vielleicht, und nur vielleicht geht es sowieso nicht darum, möglichst schnell eine Gewohnheit zu entwickeln. Stattdessen sich in den Prozess zu verlieben und bedeutungsvolle Arbeit zu tun.

Fear of missing out

Die Angst, etwas zu verpassen, ist allgegenwärtig. Man könnte meinen, sie sei zur Krankheit unserer Zeit geworden.

Die Symptome:

  • Das Smartphone immer und überall dabei haben.
  • Unaufhörliches Scannen des Feeds verschiedener Social Media Plattformen.
  • Ständiges E-Mail checken.
  • Unfähigkeit bei nur einer Sache zu bleiben. Vor allem sich nur auf einen Gesprächspartner zu fokussieren.

Wollen wir wirklich so unsere Leben verbringen? Wir wäre es, wenn wir stattdessen die Freude des Verpassens zelebrieren? Joy of missing out statt fear of missing out. JOMO statt FOMO.

Gestalte deinen Morgen

Wie dein Morgen verläuft, kann einen riesigen Einfluss auf den Rest deines Tages haben. Wie dein Abend verläuft, kann riesigen Einfluss auf deinen nächsten Morgen haben.

Wenn wir bedeutungsvolle Arbeit schaffen wollen, sollten wir unsere Morgen und Abende bewusst gestalten. Die große Herausforderung liegt darin, herauszufinden, was für dich funktioniert.

Meistens kannst du nicht einfach eine Morgen- oder Abendroutine von einer anderen Person kopieren. Was für den einen funktioniert, muss nicht für den anderen funktionieren. Was für dich gestern funktioniert hat, muss heute nicht mehr funktionieren. Experimentiere und finde heraus, was dir jetzt am meisten dient.

Machen, machen, machen

Der Unerfahrene denkt, ihm fehlt die richtige Idee. Der Erfahrene weiß, dass die Umsetzung der kritische Punkt ist.

In der Startup-Szene kann man immer wieder hören, dass man einfach machen soll. Einfach ausprobieren. Unterwegs kann man immer noch umschwenken. Fail fast, fail often, fail forward.

Doch das bedeutet nicht, dass wir nicht regelmäßig innehalten sollten, um zu reflektieren. Uns zu Fragen: Gibt es eine bessere Möglichkeit, das zu tun? Das bedeutet vor allem nicht, uns ganz am Anfang die wichtigen Fragen zu stellen. Willst du das überhaupt? Worum geht es dir wirklich?

Worum geht es dir?

Du möchtest Autor werden? Künstler sein? Ein Online Business betreiben? Influencer werden? Selbstständig sein? Alles gut. Werde es.

Doch worum geht es dir wirklich?

Willst du ein Buch schreiben oder willst du ein Buch veröffentlicht haben? Geht es dir um den Prozess oder um das Ergebnis? Wenn du etwas nur für das Ergebnis tust, überdenke es nochmal.

Bedeutungsvolle Arbeit entsteht dort, wo dir der Weg genauso wichtig wie das Ziel ist.

Instant-Minimalist

Vielleicht hörst du mich oder jemand anderes über Minimalismus reden und denkst: »Das hört sich super an. Das will ich auch.« Doch dann kommen auch gleich die ganzen Einwände, warum es bei dir nicht klappen kann.

Ich will an keiner Stelle sagen, dass es einfach ist, ein Minimalist zu werden. Reduzieren ist meistens deutlich schwerer, als hinzuzufügen. Nichtsdestotrotz muss es auch nicht überaus schwer sein. Es kann sogar recht simpel sein.

Wie kannst du also sofort ein Minimalist sein? Ein guter Anfang wäre, weniger zu tun und weniger zu kaufen. Von einem Moment auf den anderen kann sich dein Leben nicht mehr um Dinge sondern um wichtige Sachen drehen. Im Prinzip geht es nicht darum, was du tust und wie viel du besitzt. Es geht um deine Einstellung zum Leben. Dein Mindset. Theoretisch kannst du auch dein Mindset von einem Moment auf den anderen ändern.

Leider ist es meistens nicht so einfach. Es braucht Zeit, bis du deine Einstellungen änderst. Bis sich deine Denkmuster ändern. Bis sich deine Gewohnheiten ändern. Es ist ein Prozess. Er ist fortlaufend und nicht endend. Wenn du also ein Minimalist werden möchtest, dann sei es einfach. Fang an. Fast egal wo. Hauptsache du fängst an.

Wird der ganze Ballast aus deinen Leben verschwinden, weil du anfängst, anders zu denken? Sicherlich nicht. Es ist nicht so, dass alles Unwichtige auf einmal verschwindet. Doch du kannst anfangen, nur noch wichtige Sachen in dein Leben zu lassen. Dann kannst du anfangen, alte Sachen aus deinem Leben zu entfernen. Meistens braucht das viel Zeit und Energie. Wie gesagt, es ist ein Prozess.

Daher ist es gut, wenn du dich auf Sachen fokussierst, die du sofort umsetzen kannst. Kaufe weniger. Tue weniger. Ganz simpel. Widerstehe dem Impuls. Werde dir bewusst, dass du keine zusätzlichen Dinge mehr brauchst. Sage öfter Nein. Werde dir bewusst, was du wirklich willst. Sicherlich klappt das nicht alles auf Anhieb. Das ist in Ordnung.

Also, kannst du sofort ein Minimalist werden? Zumindest kannst du sofort damit anfangen. Und es ist sogar recht simpel. Also worauf wartest du noch?

Akzeptanz ist nicht gleich Aufgeben

Etwas zu akzeptieren, bedeutet, es anzunehmen. Es geht darum, den Moment nicht durch unsere Ziele, Wünsche oder Bedürfnisse stören zu lassen.

Etwas zu akzeptieren, bedeutet nicht, dass wir unsere Ziele aufgeben oder unterordnen. Wir können trotzdem aktiv unserer Vision eine Form geben.

Und gleichzeitig ist es ratsam, Dinge zulassen und einfach mal passiv zu sein. Seinen Widerstand aufzugeben.